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Ich habe heute nichts geschafft. Zum Glück.

Autorenbild: Siegrid Koglbauer
Siegrid Koglbauer
10. Aug.
6 Min. Lesezeit

Warum Nichtstun manchmal genau das ist, was wir brauchen


Nicht jede freie Minute muss sinnvoll genutzt werden.
Nicht jede freie Minute muss sinnvoll genutzt werden.

„Und? Was hast du heute alles gemacht?“

Ich konnte die Erwartung in ihren Augen sehen.


„Nichts.“

Stille.


Ihr Blick sagte ungefähr: „Wie bitte? Nichts?“


Dann sagte sie:

„Das würde ich auch gerne können. Ich kann einfach nicht nichts tun.“


Ich bin später noch einmal bei diesem Satz hängen geblieben.


Wir hatten uns vorher unterhalten und sie hatte mir erzählt, was sie alles erledigt hatte. Dies gemacht, das noch schnell erledigt, dort angerufen, eingekauft, aufgeräumt …


Und dann kam eben diese Frage:

„Was hast du gemacht?“


Nichts.


Dabei hatte ich einen Kaffee getrunken, war eine Runde mit dem Rad unterwegs, saß draußen und hatte einfach einen gemütlichen Tag.

Also so gesehen, gar nicht so wenig.


Nur eben nichts, was man auf einer To-do-Liste abhaken kann.

Und da habe ich mich später gefragt:


Seit wann ist „nichts machen“ eigentlich etwas, das man erklären muss?


Wenn „nichts“ fast schon verdächtig klingt

Ich kenne das von mir selbst ja auch.


Da wäre noch die Wäsche.

Dort könnte man schnell aufräumen.

Eine Nachricht müsste ich eigentlich auch noch beantworten.

Und wenn ich schon dabei bin …


Du kennst das vielleicht.

Kaum ist ein bisschen Zeit da, fällt uns schon wieder etwas ein, das erledigt werden könnte.


Es ist erstaunlich, wie schnell aus einem gemütlichen Nachmittag plötzlich ein kleines Arbeitsprogramm werden kann.

Eigentlich wollte ich nur kurz einen Kaffee trinken.

Dann sehe ich die Wäsche.

Also schnell die Waschmaschine einschalten.

Auf dem Weg dorthin fällt mir auf, dass auf dem Tisch noch etwas herumliegt.

Also räume ich das schnell weg.

Dabei sehe ich mein Handy.

Eine Nachricht.

„Das kann ich auch gleich noch beantworten.“

Und wenn ich schon das Handy in der Hand habe, kann ich auch gleich noch …

Du weißt, wie das endet. 😂


Und Schwupps, ist eine Stunde vorbei.

Ich habe zwar einiges erledigt, aber von meiner eigentlichen Pause war nicht mehr viel übrig.


Diese kleinen Stimmen im Kopf

Ich glaube, bei all dem sitzen oft unsere kleinen inneren Antreiber mit am Tisch.

Die sind nicht unbedingt laut.


Manchmal sind sie sogar ziemlich geschickt.

„Mach das noch schnell.“

„Das kannst du doch nicht einfach liegen lassen.“

„Jetzt hast du Zeit, also nutz sie auch.“

„Du könntest doch wenigstens noch …“

Und schon stehen wir wieder auf.


Nicht unbedingt, weil wir wirklich etwas tun wollen.

Sondern weil da diese innere Stimme ist, die uns ständig vermittelt:


  • Du könntest noch mehr tun.

  • Du solltest deine Zeit besser nutzen.

  • Einfach nur herumzusitzen ist irgendwie nicht genug.


An dem Punkt wird es spannend.

Denn irgendwann merken wir gar nicht mehr, ob wir etwas wirklich wollen - oder ob wir nur unserem inneren „Du musst noch …“ folgen.

Das ist ein guter Moment, einmal genauer hinzuschauen.


Niemand hat gesagt, dass die Wäsche heute unbedingt zusammengelegt werden muss.

Niemand wird morgen feststellen, dass ich am Nachmittag 45 Minuten einfach draußen gesessen habe.

Und selbst wenn - dann habe ich eben 45 Minuten draußen gesessen.


Ich habe niemandem etwas weggenommen.

Ich habe nichts Wichtiges verpasst.

Ich habe einfach Zeit mit mir verbracht.


Seit wann müssen wir uns dafür rechtfertigen, einfach mal nichts zu tun?

Vor allem : Vor wem eigentlich?

Vor anderen?


Und selbst wenn jemand denkt: „Die sitzt da und macht einfach nichts“ - na und? Vielleicht würde dieser Mensch genau das gerade selbst gerne können.


Oder ist es am Ende doch viel öfter die Stimme in unserem eigenen Kopf, die uns erklärt, warum wir diese Zeit eigentlich besser nutzen könnten?

Wer hat festgelegt, dass freie Zeit erst dann wertvoll ist, wenn wir etwas daraus machen?


Nichtstun ist nicht automatisch Zeitverschwendung

Vielleicht haben wir uns so sehr daran gewöhnt, unsere Zeit nach dem zu beurteilen, was wir schaffen, dass wir ganz vergessen haben, dass Zeit auch einfach schön sein darf.


Ein Kaffee auf dem Balkon

Eine Runde mit dem Rad

Draußen sitzen und ein bisschen in die Gegend schauen

Musik hören

Auf der Couch liegen und Löcher in die Luft schauen


Oder einfach mal überhaupt nichts vorhaben.

Das klingt auf dem Papier nach nicht besonders viel.


Und jetzt mal ehrlich: Warum eigentlich?

Es muss auch nicht immer etwas dabei herauskommen.

Nicht jede Pause muss dazu dienen, danach wieder produktiver zu sein.

Nicht jeder Spaziergang braucht ein Ziel.

Nicht jede freie Stunde muss „sinnvoll genutzt“ werden.


Manchmal darf eine Stunde einfach eine Stunde sein.


Und ja – das können wir wieder lernen

Ich glaube, Nichtstun ist für viele von uns tatsächlich etwas, das wir wieder lernen dürfen.

Nicht, weil wir es verlernt haben, auf der Couch zu sitzen.

Sondern weil wir es verlernt haben, dabei nicht schon wieder darüber nachzudenken, was wir eigentlich noch erledigen müssten.


Wir können und dürfen dem Nichtstun wieder ein bisschen mehr Raum geben.

Und vielleicht beginnt das schon mit einem ganz kleinen Moment.


Du sitzt mit deinem Kaffee da.

Herrlich - endlich mal Ruhe.

Alles gut. Füße hoch.

Und dann meldet sich dein Kopf:

„Eigentlich könnte ich schnell noch …“

Ach ja, da ist er wieder.

Diesmal bleibst du einfach sitzen.

Der Gedanke darf vorbeiziehen.

Du musst nicht aus jedem „Könnte ich noch …“ sofort ein „Mache ich jetzt“ machen.


Das ist manchmal schon die ganze Übung.


Die Wäsche läuft nicht davon

Wobei …

Ganz ehrlich?

Bei meinem Wäschekorb bin ich mir da manchmal nicht mehr ganz so sicher. 😂

Der schaut mich manchmal schon so an, als hätte er eine eigene Meinung zu meinem Zeitmanagement.


Aber auch er wird es überleben, wenn ich heute einfach mal nichts zusammenlege.

Morgen ist schließlich auch noch ein Tag.

Und übermorgen.

Und vermutlich sogar am Montag noch.


Die Küche wird nicht beleidigt sein.

Die Nachricht kann warten.

Und die Einkaufsliste wird vermutlich auch nicht plötzlich verschwinden.


Es darf Dinge geben, die heute einfach nicht erledigt werden.

Und es darf Tage geben, an denen wir keine Lust haben, irgendetwas zu erledigen.

Ohne schlechtes Gewissen.

Ohne Rechtfertigung.

Ohne das Gefühl, den Tag „vergeudet“ zu haben.


Was hast du heute gemacht?

Wenn mich also heute Abend wieder jemand fragt:

„Was hast du heute gemacht?“

Dann sage ich vielleicht wieder:

„Nichts.“

Und wenn dann dieser fragende Blick kommt, ergänze ich:

„War richtig gut.“ 😄

Ich habe heute nichts geschafft.

Und ehrlich gesagt:

Genau das habe ich gebraucht. 💛


Vielleicht ist das auch ein kleiner Impuls für dich.

Mach heute einmal etwas, das zu nichts führen muss.

Keinen Haken auf der To-do-Liste.

Kein Ergebnis.

Kein „Das sollte ich eigentlich noch“.


Einfach nur etwas, das dir guttut.


Und wenn das heute bedeutet, mit einem Kaffee dazusitzen und Löcher in die Luft zu schauen – dann ist das eben so.


Und jetzt würde mich interessieren:

Wann hast du zuletzt ganz bewusst einfach nichts gemacht - und es auch genossen?

Schreib es gerne in die Kommentare.


Und wenn du merkst, dass dir genau das schwerfällt …

Vielleicht hast du beim Lesen gemerkt, dass Abschalten für dich gar nicht so einfach ist.

Vielleicht läuft in deinem Kopf ständig die nächste Aufgabe mit.


Vielleicht kennst du dieses Gefühl, immer noch etwas erledigen zu müssen - selbst dann, wenn eigentlich längst Pause wäre.


Dann lohnt es sich, einmal genauer hinzuschauen.

Denn hinter unseren inneren Antreibern steckt oft mehr als nur eine volle To-do-Liste.


Genau dabei begleite ich dich:

wieder wahrzunehmen, was in deinem Inneren passiert, alte Muster zu erkennen und einen Umgang damit zu finden, der sich wirklich stimmig anfühlt.


Nicht, damit du noch besser funktionierst.

Sondern damit du wieder spürst, was dir guttut.


Wenn du das Gefühl hast, dass du dabei Unterstützung möchtest, schreib mir einfach „Klarheit“.

Dann schauen wir ganz unverbindlich, ob eine Begleitung mit mir für dich passend sein könnte.

in einem unverbindlichen Kennenlerngespräch schauen wir uns an wo du stehst und wo du hinmöchtest.


Kein Druck

Kein „Du musst anders werden“


Ein Raum, um gemeinsam hinzuschauen, was dir gerade herausfordert, und echte Veränderung möglich macht.


Schreibe mir gerne eine E-Mail: info@harmonia-energie.at oder melde dich über das Kontaktformular auf der Startseite.


Herzlichen Gruß, Siegrid 🧡



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Herzlichen Gruß, Siegrid🧡




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